Seite 7 - ht junior 1-2012 vorschau

Basic HTML-Version

handballtraining
JUNIOR
1/12
Technik
7
ANZEIGE
Warum wollen Kinder schon früh den Sprungwurf
erlernen?
Dieses „Problem“ kennt Ihr alle: Kinder schauen sich gerne
– auch bei Handballübertragungen im Fernsehen oder bei
Live-Spielen – Techniken von ihren Vorbildern ab. Viele Kin-
der wollen dann in der eigenen Trainingsstunde zum Beispiel
so werfen wie Pascal Hens! Auch einige Eltern reagieren mit
Unverständnis, wenn ihre Kinder im Training keinen Sprung-
wurf lernen, da er in ihren Augen doch „viel erfolgreicher“
ist!
Die Bildreihe oben zeigt, dass der Sprungwurf für viele
Spielanfänger eine klare Überforderung darstellt. Aufgrund
der noch unzureichend ausgeprägten Sprungkraft ist die
Dauer der Flugphase viel zu kurz, um eine technisch aus-
reichende Schlagwurf-Bewegung im Sprung ausfüh-
ren zu können. Die Folgen sind in der Bildreihe zu se-
hen: Die Ausholbewegung ist zu kurz (Bild 3), der Ball wird
mehr gestoßen als geworfen und aufgrund der geringen Zeit
(zu kurze Flugphase) für die Wurfbewegung ist die für die
Wurfkraft so wichtige Körperverwringung (siehe Technik-
Leitbild zum Schlagwurf auf der folgenden Seite) nur unvoll-
kommen (Bilder 3 und 4).
Der Schlagwurf ist die erste Wurftechnik
Kinder sollten zunächst die Grundform des Schlagwurfs er-
lernen, den sie sowohl als Torwurf als auch als Pass zu Mit-
spielern über verschiedene Distanzen nutzen können. In
Info 1 (S. 13) haben wir die wichtigsten Argumente, warum
Kinder zuerst den Schlagwurf erlernen sollten, in einem In-
formationsbrief an die Eltern formuliert.
Den Brief könnt Ihr Euch auch über unsere Facebook-Seite
(www.facebook.com/handballtraining.junior) herunterladen.
Den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun
Der Sprungwurf – eine Überforderung für viele Spielanfänger
In der Luft fehlt dem Anfänger (oft) die Körperstabilität. Wer noch nicht hoch genug springen kann, hat ein-
fach zu wenig Zeit, um vor der Landung einen technisch sauberen Wurf auszuführen. Die Folge: Die Aushol-
bewegung ist zu kurz, der Ball wird mehr gestoßen als geworfen (Bilder 3 und 4).