Seite 22 - ht junior 1-2012 vorschau

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BASTELANLEITUNG
Mit durchgestrecktem Arm kann die Tüte nicht zum Knallen gebracht werden.
Ebenso wenig funktioniert es bei einer Stoßbewegung (mit abgesenktem
Ellbogen).
Nur wenn die Knalltüte mit leicht angewinkeltem Ellbogen kurz über Kopfhö-
he gehalten wird, der Ellbogen die Schlagbewegung anführt und der Unterarm
dann schnell nach vorn gestreckt wird, entsteht soviel Wind, dass das Ergebnis
hörbar ist – die Tüte knallt!
Wichtig ist auch, dass die Tüte „von oben“ knallt (nicht vor dem Bauch) – es
klappt nur mit einer Aushol- und Wurfbewegung in diese Richtung!
WORAUF ES ANKOMMT
Wer Minis und E-Jugendliche trainiert, wird erleben, dass
die Kinder ein Problem haben, den Schlagwurf dynamisch
genug auszuführen. Das kann unterschiedliche Gründe ha-
ben:
Die Proportion von Hand- und Ballgröße stimmt nicht (der
Ball ist zu groß für die Kinderhand). Daraus ergeben sich au-
tomatisch Fehler bei der Wurfausführung. Die Hand kann nur
unter dem Ball nicht aber hinter dem Ball sein, wodurch kei-
ne gute Ausholbewegung möglich ist. Die Kinder halten den
Ellbogen meist zu tief gehalten, wodurch sie den Ball nicht
über Kopfhöhe nach hinten führen können; es kommt so
keine Verwringung zwischen Schulter und Hüfte zustande,
sodass es nur zu einer Stoßbewegung kommen kann.
Da Kinder häufig eine falsche Bewegungsvorstellung vom
Gesamtablauf des Wurfs haben, kommen natürlich auch
noch andere Fehler vor, wie z. B.:
„falsches“ Bein vorne.
zu großer Stemmschritt oder
der Stemmfuß setzt zu weit neben dem Körper oder quer
zur Laufrichtung auf usw.
Diese Fehler lassen sich häufig schnell korrigieren. Ein Pro-
blem bleibt aber oft die mangelnde Dynamik beim Wurf.
Manche Kindern verbessern Ihr Wurfverhalten schon, wenn
man ihnen einen kleineren, handhabbaren Ball zur Verfü-
gung stellt. Für viele ist aber auch diese Hilfe nicht ausrei-
chend. Bei demWurf mit kleineren Bällen kann man dann oft
erkennen, dass sich zwar die Struktur der Bewegung
verbessert, der Arm aber gar keine oder nur eine zu geringe
Beschleunigung erfährt, sodass der Wurf ineffektiv ist.
Als Trainer muss man also nach Maßnahmen suchen, die
den Kindern verdeutlichen, wie effektiv bzw. ineffektiv ihr
Wurf ist. Eine Möglichkeit, den Kindern ihre Wurfkraft vor Au-
gen zu führen, ist, sie gegen Bananenkartons, Kasten-
zwischenteile o. Ä. werfen zu lassen. Anhand der Ortsverän-
derung der beweglichen Ziele können sie sehen, wie wirk-
sam ihr Wurf tatsächlich war. Dies ist eine optische Darstel-
lung der Wurfkraft.
Nachfolgend wollen wir eine Möglichkeit aufzeigen, wie Kin-
der ihren „schnellen Arm“ (Wurfkraft) akustisch wahrneh-
men und dadurch ihre Wurfleistung verbessern können.
Wir wollen mit der aus der Schule oder dem Kindergarten
bekannten Knalltüte zeigen, wie sich mit ihr die Schlagwurf-
ausführung verbessern lässt. Durch den Einsatz einer
solchen Knalltüte entsteht, bei korrekter Ausführung, eine
Fotos: Klaus Schwarten