Seite 16 - ht junior 1-2012 vorschau

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SchwerpunktthemA
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Schlagwurf aus frontalem Anlauf
Im nächsten Schritt sollen die Kinder frontal Richtung Tor an-
laufen und dann mit einem Kreuzschritt und nachfolgendem
Stemmschritt die Wurfauslage einnehmen.
Ihr könnt den Anlauf systematisch erschweren:
Angehen, Anlaufen mit Ball in beiden Händen, Ballaufnahme
aus dem Prellen, Ball auf der Wurfarmseite aus kurzer
Distanz anlupfen/zuspielen und dann auch auf der Wurfarm-
gegenseite zuspielen.
LERNSCHRITT
Kreuzschritt nach hinten als Lernhilfe
Der vorletzte Schritt erfolgt hier als Kreuz-
schritt mit dem rechten Bein nach hinten
(Bild 2). Mit dem nächsten Linksschritt wird
eingestemmt (Bild 3). Durch diese Technik
ergibt sich eine automatische Verwringung des
Oberkörpers, wodurch die Ausholbewegung
unterstützt wird.
PRAXISTIPP!
Werfen aus variabler Schrittgestaltung
Beherrschen die Kinder die Schlagwurftechnik gut, sollte die
Schrittgestaltung variiert werden:
Art und/oder Richtung des Zuspiels (direkt, indirekt, auf
der Wurfarm- oder auf der Wurfarmgegenseite), kurze oder
längere Passdistanzen
Anlaufrichtung (gerade/diagonal)
Aktionsräume (z. B. Mitte, Halbposition)
Schrittgestaltung nach der Ballan- oder -aufnahme
In der Abbildung sind unterschiedliche Räume markiert. Ge-
worfen wird immer von einer vorgegebenen Abwurfmarkie-
rung (z. B. 6-m-Linie, 7 Meter vor dem Tor).
Der Trainer spielt ganz unterschiedlich an: sehr früh – z. B.
im Tiefenraum vor der 9-m-Linie – oder sehr spät – z. B. in-
nerhalb der Nahwurfzone. Die Spieler müssen jetzt die
Schrittzahl bis zur Abwurfmarkierung situationsgerecht
gestalten oder z. B. den Ball noch einmal raumgewinnend
tippen (bei Anspielen im Tiefenraum), um eine günstige
Wurfposition zu erreichen. In der Weiterführung erfolgt die
Anwendung des Schlagwurfs wieder aus Überzahlsituatio-
nen in größeren Räumen (z. B. 2 gegen 1, 3 gegen 1, 3 ge-
gen 2).
6m
8m
10m
T
LERNSCHRITT
PRAXISTIPP!
Der 3-Schritt-Rhythmus ist passé!
Früher wurde der Schlagwurf fast aus-
schließlich mit einem 3-Schritt-Rhythmus
geschult. Heute wird situationsgerecht vari-
iert: schnelle Schlagwürfe nach einem Schritt
oder sogar direkt aus der Ballannahme. Kin-
der sollten von Anfang an lernen, aus unter-
schiedlicher Schrittgestaltung zu werfen. So
sammeln sie viele Bewegungserfahrungen!
Fotos: Klaus Schwarten (10)