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handballtraining
JUNIOR
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Technik
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Beim Werfen aus dem Sitzen können die Kinder keine
Kraft aus den Beinen holen; sie müssen den Oberkörper
verwringen, um für den Wurf ausreichend Schwung holen
zu können. Dieses Verwringen kann der Trainer unterstüt-
zen, indem auf der Wurfarmseite ein Bild an der Wand be-
festigt, das die Kinder während der Ausholbewegung an-
schauen sollen. Der Ball ist in der richtigen Position, wenn
er etwas über Kopfhöhe gehalten wird. Danach sollen die
Kinder das Ziel anschauen und werfen. Diese Lernhilfe
eignet sich besonders für das Erlernen des Schlagwurfs
mit F-Jugendlichen und Spielanfängern im E-Jugend-
Alter.
Bild 1: Das Kind wird gebeten, sich etwas an der Wand anzuschauen. Den Ball soll es dabei etwas höher
halten als den Kopf. Bild 2: Nun soll es das Ziel anschauen und werfen (Bild 3).
Vor allem jüngere Trainer haben manchmal Probleme mit
den Eltern, die nicht verstehen, warum die Kinder anfangs
keinen Sprungwurf machen sollen. Sie kennen diese
Wurftechnik aus dem Fernsehen und bedenken nicht, das
Sprungkraft und Koordinationsvermögen der Kinder dafür
noch nicht ausreichen. Erklärt es ihnen. Auf www.face
book.com/handballtraining.junior findet Ihr ein Beispiel.
INFO
Brief An die Eltern
Warum sollen Kinder zuerst
den Schlagwurf erlernen?
PRAXISTIPP
Das Werfen aus dem Sitzen – eine Lernhilfe
Liebe Eltern,
vielleicht haben Eure Kinder Euch schon einmal berichtet: „Wir dürfen nur Schlagwürfe ma-
chen – keine Sprungwürfe!“
Und wahrscheinlich habt Ihr Euch gefragt, warum das so ist – wo man doch bei den „Gro-
ßen“ (ob im Fernsehen oder in natura) viel häufiger Sprung- als Schlagwürfe erlebt.
Ich möchte das kurz erklären.
Natürlich sollen auch unsere Handball-Kids den Sprungwurf erlernen, um damit erfolgreich
Tore zu erzielen ... nur im Moment noch nicht.
Die Grund dafür ist dieser: Nur derjenige, der den Schlagwurf sicher und technisch gut be-
herrscht, bringt die Voraussetzung mit, den Sprungwurf zu lernen. Erst müssen die Kinder in
der Lage sein, den Ball sicher anzunehmen, fest zu greifen und – per Schlagwurf – gezielt
und mit einer gewissen Härte zu werfen. Dazu ist es erforderlich, beim Ausholen den Ober-
körper zu verdrehen und – ganz wichtig! – den Ball über Kopfhöhe nach hinten und an-
schließend (beim Wurf) explosiv wieder nach vorne zu führen.
Ihr seht, schon der Schlagwurf ist komplizierter, als man auf den ersten Blick denken könnte!
Das alles im Sprung zu tun, ist noch viel schwieriger: In der Luft fehlt (oft) die Körperstabilität,
wer noch nicht hoch genug springen kann, hat einfach zu wenig Zeit, um vor der Landung
einen technisch sauberen Wurf auszuführen.
Die Folge: Der Sprungwurf wird unsauber – umso eher, je weniger „perfekt“ der Schlagwurf
beherrscht wird.
Das möchte ich vermeiden! Sich eine unsaubere Wurftechnik wieder abzugewöhnen, ist
nämlich viel langwieriger (und oft auch frustrierender), als sie gleich richtig (wenn auch etwas
später) zu lernen!
Es wäre toll, wenn Ihr mich dabei unterstützt, indem Ihr Euren Kindern das „Problem
Sprungwurf“ noch einmal erklärt, wenn mir das noch nicht gelungen sein sollte!
Vielen Dank!
Fotos: Alfred Schwarz